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Völklinger Fisch

by Norbert Degen last modified 22. 08. 2010 17:14

Die Stadt als schlechter Unternehmer

Norbert Degen Klar besser

Die einst stolze Industriestadt Völklingen wirbt mit einer Meeresfischzuchtanlage als innovative strukturpolitische Großtat. Mit dem Geld der Steuerzahler und Stadtwerkekunden will der noch amtierende Völklinger Oberbürgermeister in unserer Stadt Meerwasser und darin Wolfsbarsche, Doraden und andere Meeresfische für den internationalen Fischmarkt erzeugen.

Die jüngsten Vorgänge und Äußerungen der Stadtoberen bestärken mich in der Kritik an diesen Plänen. Der amtierende Völklinger Oberbürgermeister als Fischzüchter ist leider ein schlechter Unternehmer.

Erstens hat er als Unternehmer in der freien Wirtschaft überhaupt nichts verloren und verstößt mit seinem Unternehmergebaren gegen geltendes EU Recht.

Zweitens zeigen seine jüngsten Verlautbarungen, dass die Fischzüchter an der Stadt- und Stadtwerkespitze den Überblick über die Finanzierung verloren haben. Die 3 Mio Euro Anschubfinanzierung werden offenbar überhaupt nicht mitgerechnet.

Die veranschlagten Kilopreise in Höhe von 20 €, die man auf dem Markt erzielen will, sind überdies viel zu hoch angesetzt. Davon kann jeder sich überzeugen, der sich in Fischabteilungen umschaut. Wer kauft übrigens in künstlichem Meerwasser erzeugten Völklinger Fisch, wenn z.B. Nordatlantikfisch auf dem Markt ist, und zwar vielerorts noch preiswerter.

Und drittens ist und bleibt die Zahl der geschaffenen Arbeitsplätze lächerlich. Es handelt sich um 7-10 Stellen, die neu geschaffen werden.

Gegen Kritik zeigen Stadt und Stadtwerkespitze sich leider beratungsresistent. Einwände werden als ideologische Verblendung abgetan.Dabei teilt selbst die CDU Mittelstandsvereinigung in Person ihres Vorsitzenden Jürgen Presser die Kritik am Völklinger Unternehmergebaren, und zwar sowohl deren Rechtmäßigkeit als auch die Wirtschaftlichkeit. Mit der Abbügelung der wichtigen Einwände bezeichnet OB Lorig den Vorsitzenden der CDU Mittelstandsvereinigung als ideologisch verblendet

Ich habe ein anderes Verständnis von innovativer Strukturpolitik. Es muss darum gehen, dass fremde Unternehmen sich hier ansiedeln und investieren. Es ist absurd, dass die Stadt sich quasi selbst als Unternehmer gebärdet und mit dem Geld der Steuerzahler und dem Geld der Kunden der Stadtwerke mit hohem unternehmerischen Risiko spekuliert.

Ich werde als Oberbürgermeister Völklingens dafür sorgen, dass die Stadtwerke sich auf ihre eigentliche Aufgabe konzentriert: Und die besteht darin, für bezahlbare Energiepreise und bürgerfreundliche und moderne Verkehrsbetriebe zu sorgen.


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