Auf was warten wir?
Die Meeresfischzuchtanlage sollte nach den Ankündigungen des im vergangenen Jahr direkt wiedergewählten Oberbürgermeisters Klaus Lorig eigentlich längst fertig sein. Nur fertig ist sie nicht. Die Halle steht seit langem, mit dem Innenausbau geht es jedoch nicht voran. Wie lange sollen wir das verzweifelte Werkeln des überforderten Oberbürgermeisters noch mit anschauen?
Ein Bild mit Symbolwert: Die wärmende Aprilsonne bescheint eine Baustelle, auf der keine Hand sich rührt, geschweige denn die Produktion köstlicher Meeresfische in Gang gekommen wäre und deren Baustellenschild, vielsagend, nichts mehr zeigt. Wo einst eine Zukunftsvision verkündet wurde, heute: Nichts.
So etwas kann passieren. Nicht jede Investition erfüllt die Erwartungen der Investoren. Das Risiko des Scheiterns ist der Begleiter jeder Entscheidung. Wer nichts wagt, der nichts gewinnt. So weit. so schlecht.
Schlimm wird es aber, wenn die Einsicht in das Scheitern fehlt. Wenn dem schlechten Geld, weiter gutes Geld hinterher geworfen wird, wenn irrationale Hoffnungen, statt klarer Analyse das Handeln bestimmt. Jeder Tag Verzögerung verschärft das Problem, kostet zusätzliches Geld.
Leider ist die Information der Öffentlichkeit über das Vorhaben derart dürftig, dass der Bürger, der letztlich für die Verluste direkt oder indirekt zur Verantwortung gezogen werden wird, keine Chance hat sich selbst ein Urteil zu bilden. Aber gerade dies lässt das Schlimmste befürchten.
Es wird höchste Zeit, das der Stadtrat endlich die Verwaltung dazu zwingt, die Hosen herunter zu lassen, um gemeinsam zu retten, was noch zu retten ist.

