Klartext
"Man müsste alle vor Gericht stellen, die jahrelang behauptet haben, die private Vorsorge sei rentabler, sicherer und demografiefester als die solidarische Rente." Von wem stammt wohl dieses Zitat?
Oskar Lafontaine? Sarah Wagenknecht? Gregor Gysi? Wenn Sie es nicht wissen, werden sie es nicht erraten. Dieser Satz stammt von Friedhelm Hengsbach SJ, dem ehemaligen Leiter des Nell Breuning Instituts für Wirtschafts- und Gesellschaftsethik an der der Philosophisch Theologischen Hochschule St. Georg in Frankfurt.
Ob sich Steinmeier und Steinbrück oder Merkel und Rösler davon beeindrucken lassen? Wohl kaum. Sie werden solange weiter an ihrer neoliberalen Ideologie festhalten, wie sie nicht von der Mehrheit der Bürger, also von uns, wieder auf den Pfad der Vernunft zurück geführt werden. Voraussetzung dafür ist, dass wir den Ausgang aus unserer selbstverschuldeten Unwissenheit finden und erkennen, was unseren Interessen dient und was nur den Interessen einer kleinen Minderheit dient, die glaubt die Demokratie durch den selbst geschaffenen Sachzwang ersetzen zu können.
Als Beitrag zur Aufklärung zur "Aufklärung" empfehle ich das Interview von Prof.. Hengsbach in der Stuttgarter Zeitung.
In dem Interview gibt Prof. Hengsbach leicht verständliche Antworten auf viele Fragen auf die viele bislang keine befriedigende Antwort bekamen. Auf die Frage zum Beispiel ob die Deutschen noch mehr für (Griechenland) zahlen sollen, antwortet Prof. Hengsbach:
"In Deutschland fangen die Baden-Württemberger an, sich dagegen zu wehren, dass Kinder in Bremen kostenlos in die Horte dürfen. Statt selbst solche Angebote zu machen, motzen die reichen Länder darüber, dass sie für die armen Länder, die sich in der Hängematte räkeln, zahlen sollen. Ähnlich ist der Abschied von der europäischen Solidarität als die Krankheit des vergangenen Jahres einzustufen. Durch Schuldenbremsen, Spardiktate und Stabilitätspakte versucht Deutschland die eigene Stärke zu erhalten und treibt die anderen dabei weiter in den Keller."
So klar und verständlich kann man diese Frage beantworten, wenn man auf Ideologie verzichtet und sich seines Verstandes bedient. Nutzen wir unseren Verstand und lassen wir uns nicht mehr länger den Blick mit Worthülsen vernebeln.


werner schmitt